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Der Wald zu Beginn des 19. Jahrhunderts


Zu Beginn des 19. Jahrhunderts befanden sich fast alle Wälder in Deutschland in einem sehr schlechten Zustand. Die ersten genauen Waldbeschreibungen dieser Zeit zeigen, daß nur mehr etwa zehn Prozent der heutigen Waldgebiete vorhanden waren. Häufig gab es freie Flächen und Blössen, auf denen nur noch ein paar wenige, damals nicht mehr nutzbare Bäume standen. Junge Bäume und Wurzelausschläge waren vom Vieh verbissen und verbuscht. Überall wurde Heide gehackt oder die Laub- und Nadelstreu in den Stall eingebracht. Es zeichnete sich ab, dass in Zukunft weder Holz zum Heizen noch für die Gewerbe und Fabriken zur Verfügung stehen würde. Nur noch ein radikales Umdenken konnte hier helfen.

Im Zuge dieses Umdenkens ging man in weit größerem Umfang als bisher zur Stein- und Braunkohlefeuerung über. Kohle war schon seit langem bekannt, doch war es bisher nicht möglich gewesen, sie über weitere Stecken zu transportieren. Durch die Erfindung der Dampfmaschine und den Ausbau der Eisenbahn wurden rentable Transportmöglichkeiten für große Mengen geschaffen. Zugleich entstanden in den Städten neue Industriebetriebe, die viele Menschen anzogen.

Langsam ließ der Druck auf den Wald nach. Erosionsschäden, Überschwemmungen in den Flusstälern, in jenen Gebieten, wo vormals Wald verkommen war oder auch das Austrocknen von Brunnen, führten zu der Überzeugung von der Notwendigkeit, die Wälder wieder herzustellen, sie neu aufzubauen und zu pflegen. Nach der Beendigung der Napoleonischen Kriege erbrachten unsere Vorfahren diese Leistung. Die Rechte der Bauern an den Wäldern wurden durch Land und kleine Waldparzellen abgefunden und die Grenzen zwischen Wald und Feldmark neu festgesetzt. Im Wald begann die forstliche Aufbauarbeit, die drei bis vier Jahrzehnte andauerte. Es wurden Wege gebaut, um junge Pflanzen anzutransportieren und die Pflanzstreifen wurden auf quadratkilometergroßen Flächen von Hand gehackt.

Wo irgend möglich, versuchte man noch vorhandene Altbestände durch forstliches Geschick natürlich zu verjüngen. An anderen Orten blieb nur die Saat oder Pflanzung von Fichten oder Kiefern. So wurde geschuftet, um wieder gut zu machen, was unter dem rücksichtslosen Ausbeuten des Waldes in den vergangenen Jahrhunderten an Schäden entstanden war. Nur diesem Fleiß unserer Vorfahren haben wir die schönen Wälder zu verdanken, durch die wir heute wandern können.

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