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Der Wald in der Vergangenheit


Mitteleuropa während der letzten Eiszeit. Verändert nach Autor: 120. Wikimedia Commons, Lizenz: GNU Free Documentation License.

Der Wald, wie wir ihn heute kennen, ist bis in die jüngste Zeit hinein unterschiedlichen Entwicklungen unterworfen. Das Gebiet des heutigen Deutschland lag bis nahe der letzten Eiszeit immer wieder unter einer dicken Eisdecke. Durch das im Eis gebundene Wasser war der Meeresspiegel gut 150 Meter tiefer als heute. Die Nordsee fiel trocken und die Elbe war ein Fluss, der weit vor der bretonischen Küste in den Atlantik mündete. Das Gletschereis aus dem Norden reichte bis an Hamburg und Berlin heran. Die Alpengletscher streckten ihre eisigen Finger bis auf das Gebiet des heutigen München.

Tundra bei Dudinka am Jenissej in Sibirien. Foto: Dr. Andreas Hugentobler. Wikimedia Commons, Lizenz: Creative-Commons-Lizenz Attribution 2.0 Deutschland.

Der Rest Deutschlands war bedeckt von subarktischer Tundra und Geröll, dass mit großen Eisflächen wechselte. Ab und zu wuchsen kleine, kniehohe Zwergstrauchgehölze, die gegen Wind und Kälte kämpfend, ihre Wurzeln zwischen die Steine in den Boden krallten. Die Zwergbirke und die Polarweide waren Teil dieser extrem angepassten Lebensgemeinschaft. Die Forscher sagen, dass die Mitte Europas ca. 100.000 Jahre so ausgesehen hat. Mammutherden zogen über die Landschaft. Moschusochsen, das Steppenwisent und Wollhaarnashorne bevölkerten das Gebiet. Höhlenlöwen, Höhlenbären und andere Jäger streiften durch die kaum mit Deckung bewachsenen Gebiete und stellten ihrer Beute nach.

Neandertaler und dann auch die Cromangnon-Menschen als Einwanderer aus Afrika lebten in dieser Zeit und behaupteten sich vor allem mit Hilfe des Feuers gegen ihre Umwelt. Sie waren Nomaden und lebten vermutlich unter freiem Himmel, in Höhlen, unter Felsschutzdächern oder auch in aus Knochen und Fellen ihrer Beutetiere errichteten primitiven Hütten und Zelten. Als Jäger und Sammler durchstreiften die oft nur wenige Mitglieder zählenden Familienverbände das Land. In kleinen Jagdgruppen suchten sie nach Wildtierherden - Beute, die ihre Familie dringend zum Überleben benötigte.

Wald war zu dieser Zeit noch nicht vorhanden. Erst mit dem Rückzug der Eismassen und mit dem Beginn der Nacheiszeit vor rund 15.000 Jahren wandelte sich das Klima so, dass Wald, wie wir ihn heute mit dem Wort verbinden, möglich wurde. Es begann der Einzug der heutigen Pflanzenarten. Gleichzeitig zogen sich die Lebensgemeinschaften der Tundra immer weiter nach Norden zurück.

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