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Der Wald und die Wasserversorgung


Wasser im Wald. Foto: Tolja Mack

Die wasserwirtschaftliche Bedeutung des Waldes ist leicht zu ermessen, wenn man sich vor Augen führt, dass unsere Wälder etwa 30% der Fläche Deutschlands einnehmen. Mit anderen Worten - fast ein Drittel der Niederschläge fallen auf den Wald. Ein Teil des Wassers versickert im lockeren Waldboden und steht damit als gefiltertes Wasser wieder zur Verfügung. Im Gegensatz dazu wird der Regen, der auf die Straßen oder Dächer niedergeht meist gleich dem Abwasser zugeführt. Durch die Versickerung im Waldboden wird das Wasser gereinigt. Dabei ist von großem Vorteil, dass im Wald fast nie Düngemittel, Herbizide und Insektizide verwendet werden, während die konventionelle Landwirtschaft heute ohne einen Dünger- und Pestizidaufwand nicht mehr auskommen kann. Wasser, das durch den Filter des Waldbodens gegangen ist, ist daher in der Regel von besonderer Qualität.

Wasser im Wald. Foto: Tolja Mack

Ein weitere Teil dieses Wassers wird vom Wald unmittelbar oder über das Blätterdach an die Luft abgegeben und wirkt ausgleichend auf das Klima. Der Niederschlag bleibt im Kronendach des Waldes hängen und verdunstet von dort aus, ohne überhaupt den Waldboden zu erreichen. Dieser Verlust ist bei Nadelbaumarten wie Fichte oder Tanne rund doppelt so hoch wie bei den Laubbaumarten, die im Winter kahl sind und eine insgesamt geringere Blattoberfläche besitzen. Im Ganzen spendet das bewaldete Gelände weniger Wasser an die Umgebung als landwirtschaftliche Flächen. Die Waldfläche wirkt jedoch ausgleichend auf den Wasserhaushalt. Während in niederschlagsreichen Jahren die Unterlegenheit des Waldes im Bezug auf die abgegebene Wassermenge besonders groß ist, gleichen sich in trockenen Jahren die Abflüsse aus dem Wald und den landwirtschaftlichen Flächen weitgehend aus. Die Wassermenge, die bei Wasserverknappung durch Trockenheit aus dem Wald kommt, ist nicht geringer als die aus der Landwirtschaft.

Doch kommt es nicht ausschließlich auf die Menge des nutzbaren Wassers, sondern auch auf deren zeitliche Verteilung an. In Deutschland fallen die meisten Niederschläge im Sommer. Sie werden in dieser Jahreszeit weitgehend von der Vegetation verbraucht. In der Regel kommt es daher im Sommer zu einer Abnahme der Bodenwasservorräte, die im Spätsommer häufig ihren tiefsten Stand erreichen. Erst durch die Herbst- und Winterniederschläge und durch die Schneeschmelze werden die Wasserreserven des Bodens wieder aufgefüllt. Diese Schwankungen des Bodenwasserhaushalts und damit des Wasserangebots werden vom Wald beeinflusst. Gebirgswaldbach im Kleinwalsertal. Foto: Norbert JuranekDer Waldboden ist im Winter durch die Kronen, den sonstigen Bewuchs und die Streu weitgehend vor dem Gefrieren geschützt. Das Wasser kann im Waldboden fast immer versickern. Bei großen Wassermengen wie z.B. einer Schneeschmelze tritt kaum Oberflächenabfluss ein. Nur unter extremen Verhältnissen kommt es im Wald zum oberirdischem Abfluss. In landwirtschaftlich genutztem Gelände, wo der Boden im Winter offen liegt und daher gefriert, fließt das Wasser dagegen häufig oberflächlich ab, was dann zu Überschwemmungen in den Frühjahrsmonaten führen kann.

Durch den Wald wird also nicht nur eine Filterung des Niederschlags erreicht, sondern der Abfluss des Wassers verzögert. Hochwasserspitzen treten in Waldbächen später ein und sind viel niedriger als in offenem Gelände. Die gute Versickerung des Wassers im Boden hat zur Folge, dass im Wald praktisch keine Erosionsgefahr besteht. Von landwirtschaftlichen Flächen dagegen werden manchmal beträchtliche Erdmassen durch Oberflächenabfluss abgetragen. Es entstehen tiefe Rinnen und Gräben durch die fruchtbares Land weggeschwemmt wird. Die Erde wird dabei in tiefer liegende Geländeteile verfrachtet und deren Äcker und Wiesen von Rohboden überlagert. Außerdem werden in erosionsgefährdeten Gebieten Rückhaltebecken und Talsperren relativ rasch mit Schuttmassen zugefüllt. In bewaldeten Gebieten ist das nicht der Fall.

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